Wer spielt

Geboren in Bingen am Rhein, nahm Andreas Kohl ab dem Alter von neun Jahren Klavierunterricht. Während der Schulzeit besuchte er das Mainzer Konservatorium. Die Klavierliteratur der klassischen Moderne, der zeitgenössische Jazz und die Musik der Kulturen prägten seine musikalische Entwicklung. Die Begegnung mit der Echtzeit-Elektronik bei David Tudor und in Stockhausens "Mantra" weckten sein Interesse für die elektronische Klangverfremdung. Die Idee, ein klavierbasiertes live-elektronisches Projekt zu entwickeln, entstand. Reisen nach Süd- und Osteuropa, in den Kaukasus und nach Armenien gaben weitere Impulse.

 


In Berlin studierte er Slawistik und Romanistik. Daneben vervollständigte er seine musikalische Ausbildung mit Unterricht bei Brigitte Metzenthin in klassischem Bereich und bei Alexander von Schlippenbach in Jazzpiano. Als Pianist spielte er in der Bigband "Jazzorchester Prokopätz". Zugleich nahm er seine Laufbahn als Theatermusiker auf. Die Bühnentätigkeit begann mit Liederabenden in der Berliner Theaterszene, weitere Stationen waren die Neuköllner Oper, die Berliner Kammeroper, Theater in Görlitz und Hannover. Als Korrepetitor und Schauspielmusikdirektor leitete er zahlreiche Schauspiel-, Musical-, Opern- und Operettenproduktionen in Heilbronn, Greifswald, Tübingen und Konstanz. Zur Zeit ist er in der Schweiz mit "Clown-Syndrom" unterwegs.

 


Schließlich nahm der Plan des elektrifizierten Klaviers Gestalt an. Nach Jahren des Experimentierens, des Sammelns von Equipment und Erfahrung mit analog-elektronischer Klangbearbeitung wuchs das Projekt zu einem aufwendigen Konglomerat von Tonabnehmern, Mischer- und Verstärkerstufen, Effektprozessoren, Resonatoren und Lautsprechern heran. Ein hybrides Instrument, ein modularer Synthesizer, bei dem der Part der Tonerzeugung vom akustischen Flügel übernommen wird. 2013 kamen die ersten Solokonzerte in Berlin an der Universität der Künste. Die Reise geht weiter.